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"Texte sollten sich an dem orientieren, was Nutzer suchen"
Suchmaschinen-Optimierung: Neue Trends und Gefahren
Im Interview berichtet SEO-Experte Alexander Holl über aktuelle Trends und Gefahren bei der Suchmaschinen-Optimierung.
Internet Magazin: Welche Rolle spielen Twitter, Facebook, Youtube & Co für die Suchmaschinenoptimierung von Websites?
Alexander Holl: Zuerst einmal halte ich Facebook und Twitter im Augenblick für sehr interessante Tools. Gerade Twitter ist bei den Möglichkeiten und der Nutzung noch ganz am Anfang und wird stark unterschätzt. Doch für klassische Offsite-Faktoren, also den Aufbau von Backlinks, spielen diese Angebote in der Regel aber noch keine Rolle.
Links aus diesen Diensten sind meist als nofollow gekennzeichnet und somit für das Link-Building ziemlich wertlos. Allerdings kann man über Plattformen wie Twitter, Facebook und Co. zum Platzieren von Links aufrufen.
Wenn ich beispielsweise ein lustiges, spannendes oder informatives Thema gezielt über diese Kanäle verbreite, kann ich bei entsprechend guten Inhalten auch Backlinks erzeugen. Gerade für neue Seiten erscheint mir dieses Social Media Marketing enorm wichtig, denn sie haben fast immer das Problem, dass sie sich ihren Weg in gute Positionen bei Google und Co. erst einmal erkämpfen müssen.
Wer aber nicht oben steht, tut sich beim natürlichen Linkaufbau schwerer – schließlich findet man ihn ja nicht. Das kann ein Teufelskreis sein. Während der Vorbereitung zur Search Marketing Expo haben wir festgestellt, dass neben Inhouse-SEO, den Grenzen von SEO (Black Hat SEO) auch Social Media Marketing zu den Top-Themen der Branche gehört. Mit Rand Fishkin, dem CEO von , beschäftigt sich einer der renommiertesten Experten zu SEO und SMO auf der SMX-Konferenz mit diesen Fragen.
Russenlinks, Blackhat-SEO, Cross-Site-Scripting - Wie groß ist die Gefahr, bei Google aus dem Index zu fliegen, weil Eingriffe von außen meine Website diskreditieren?
Methoden, die den Richtlinien der Suchmaschinen-Anbieter widersprechen, können dazu führen, dass eine Seite bestraft wird (Penalty) oder aus dem Index ausgeschlossen wird. Google Bowling war bereits 2005 ein brisantes Thema, als ein amerikanisches Unternehmen dieses als Serviceangebot in sein Portfolio aufgenommen hat. Aktuell ist das Thema heute wieder durch die sogenannten Russenlinks geworden.
Die generelle Meinung ist inzwischen, dass man mit solchen Methoden Konkurrenten durchaus schaden kann. Wirklich nachgewiesen wurde es meines Wissens aber bisher noch nicht. Sicher ist, dass einige Unternehmen durch Russenlinks teilweise erhebliche Verluste in den Rankings hinnehmen mussten. Dafür gibt es aber zwei Interpretationen: Erstens, Google hat diese Domains bewusst abgestraft. Zweitens, und ich persönlich halte das für wahrscheinlicher, dass ein Link-Mix aus Artikelverzeichnissen, Kommentarspam und russischen Links für Google immer weniger Wert hat.
Im Falle der Russenlinks hat Google möglicherweise sehr schnell reagiert und den Wert dieser Links massiv nach unten gesetzt. Die Konsequenz ist, dass alle, die ihre Projekte mit osteuropäischen Links unterstützt haben, nach der Entwertung sehr schnell an Ranking verloren haben.
Ist Semantik für SEO derzeit relevant? Wie schnell wird sich dieses Thema entwickeln und ist es heute schon wert, dafür Aufwand zu treiben?
Das Thema gewinnt zunehmend an Relevanz. Beobachtet man beispielsweise die verwandten Suchvorgänge bei Google, sieht man, dass die Suchvorschläge immer besser werden. Dieser Trend wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen. Mit automatisch generierten Texten könnte es langfristig schwer werden, gute Platzierungen bei den Suchmaschinen zu erzielen.
Welchen Aufwand sollte man heute für semantische Optimierung treiben?
Texte sollten sich an dem orientieren, was Nutzer suchen. Frei nach dem Motto: Was gesucht wird, muss auch geschrieben stehen - was nicht gesucht wird, muss auch nicht geschrieben stehen.
Welche Themen sind aus Ihrer Sicht derzeit die heißesten im SEO-Geschäft?
Linkbuilding ist natürlich wie immer ein großes Thema. Das wird in Zukunft immer schwerer, da wirklich hochwertige und themenrelevante Links an Bedeutung gewinnen werden. Aus Sicht der Suchmaschinen werden uns Themen wie Universal Search, personalisierte Suche und Social Media die nächsten Jahre beschäftigen.
Für spannend halte ich auch die Frage, wie sich das Nutzerverhalten in Zukunft auf die Suchergebnisse auswirken wird. Und aus der Marktperspektive gesehen ist es natürlich die Frage, wer macht Google Konkurrenz? Ist Twitter die Online-Firma des Jahres 2009? Es wird spannend bleiben.
Info: Alexander Holl
Alexander Holl ist Gründer und Geschäftsführer der 121WATT, einem Anbieter von fortgeschrittenen Seminaren im Bereich Online- und Performance-Marketing.
Darüber hinaus leitet er den deutschen Fachbeirat der weltweiten Suchmaschinenmarketing-Veranstaltung Search Marketing Expo und berät zusammen mit seinen Fachbeiratskollegen die Veranstalter der Suchmaschinenmarketing-Konferenz zum Programm.
Seit mehr als 15 Jahren ist Alexander Holl in der Internet-Branche aktiv und seit acht Jahren beschäftigt sich der gelernte Betriebswirt mit dem Thema Suche und Suchmaschinenmarketing. In dieser Zeit war Holl in verschiedenen Positionen bei der Yahoo Search Marketing (vormals Overture) und der Altavista tätig.