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30. November 2011
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Workshop: Animoto

Video aus der Schublade

Vielen fehlt die Zeit oder das Geld, um spannende Videoprojekte in Angriff zu nehmen. Online-Dienste wie Animoto entwickeln die Videos vollautomatisch.

von Frank Puscher

Daniel Turner verkauft eine Software für Online-Texte auf Webseiten. Als Daniel erstmals ein animiertes Aufmachervideo auf die Startseite seiner Website Plrpro.com setzte, war er bereits überrascht, dass er deutlich mehr Webmaster auf seine Seite ziehen konnte. Doch die wollten nichts kaufen. Viele begannen einen Kaufprozess und brachen kurz vor der Bezahlseite ab.

Daniel stellte ein Video auf die Seite - handgedreht mit der Webcam. Dort erklärte er, wie der Kaufabschluss auf der Seite funktioniert und was die Käufer vom Produkt zu erwarten hätten. Und das Ergebnis: Die Menge der Abschlüsse verdoppelte sich von 50 auf 100 pro Monat.

Online-Video wirkt. Nicht nur die gigantischen Erfolge diverser viraler Youtube-Filme weisen darauf hin. Auch das Wachstum im Markt für Videowerbung ist ein Indiz dafür. Laut Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft erwarten fast alle Marketingleiter einen weiteren Anstieg der Nachfrage nach Videowerbeplätzen, die Hälfte sogar einen starken Anstieg.

Doch welches Video setzt man dort ein? Die klassische Imagefilm-Produktion ist vergleichsweise teuer und nichtssagend. Die selbstgedrehte Personality-Show wie bei Pauldirekt.de oder TVino.de funktioniert nur mit starken Protagonisten und hat fast tagesaktuellen Charakter. Im Online-Handel haben sich Tools wie Cliplister durchgesetzt, die zwar gute Videos zu Produkten anbieten, aber die sind wenig individuell.

Ein gangbarer Weg könnte über Animoto, Clipgenerator oder Stupeflix gehen. Die Tools machen im Grunde alle das Gleiche. Sie erlauben dem User, fast beliebiges Material auf einen Server zu laden, dort mit Stock-Material und Musik zu kombinieren. Dann kann der Nutzer ein Template auswählen, die Inhaltsreihenfolge bestimmen oder Highlights markieren.

Und zum Schluss erzeugen die Tools vollautomatisch fertige Videos in gewünschter Länge. Im Ergebnis bekommt der User ein Online-Video und einen Downloadlink, auf Wunsch und gegen Aufpreis auch auf HD-Material.

Arbeiten mit Animoto

Was ursprünglich als Spaßwerkzeug und Alternative zum familiären Diaabend begann, wird immer häufiger von Unternehmen und professionellen Websites genutzt. Die US-Technikgazetten schrieben sich letztes Jahr die Finger wund über Animoto. Amazon hält 50 Prozent und soeben sammelte die Geschäftsleitung 25 Millionen US-Dollar frisches Wagniskapital ein. Ziel: Internationale Expansion.

Wir starten auf der Website animoto.com . Klicken Sie in der Mitte auf den Button Get started. Auf der nächsten Seite sehen Sie die unterschiedlichen Businessmodelle. Für den Beginn reicht vielleicht eine einmonatige Mitgliedschaft oder die kostenlose Basisversion. Bei der Plus-Version steht in der Funktionsliste bei Unbranding kein Haken. Das ist nicht weiter tragisch. Das Branding besteht aus einem dicken Schriftzug Animoto am Ende des Videos. Die Inhalte selbst bleiben davon unberührt.

Animoto im professionellen Einsatz: Das Weingut Ross Andrew zeigt, wie ein neuer Jahrgang abgefüllt wird.
Bild vergrößern 937 504 http://img3.magnus.de/Animoto-im-professionellen-Einsatz-Das-Weingut-Ross-Andrew-zeigt-wie-ein-neuer-Jahrgang-abgef-llt-wird--r937x504-C-f49b5a4f-50659576.jpg Animoto im professionellen Einsatz: Das Weingut Ross Andrew zeigt, wie ein neuer Jahrgang abgefüllt wird. © Internet Magazin
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Animoto im professionellen Einsatz: Das Weingut Ross Andrew zeigt, wie ein neuer Jahrgang abgefüllt wird.

Nachdem Sie sich für ein Modell entschieden haben, gelangen Sie zur Adresserfassung, und dann geht es los. Zunächst zeigt Ihnen Animoto die 25 Templates für Videos. Ein kleines HD-Symbol zeigt Ihnen, ob später ein HD-Download möglich ist. In der Plus-Mitgliedschaft kostet dieser Download allerdings drei beziehungsweise sechs Dollar zusätzlich.

Nach der Auswahl startet die eigentliche Animoto-Konsole. Der Herstellungsprozess für die Videos hat drei Schritte. Zunächst werden Bilder und Videos ausgewählt, dann die Musik und schließlich die Sonderfunktionen.

Im ersten Schritt erfolgt die Bildauswahl. Das kann Material von der Festplatte oder aus dem Web sein. Für die Urheberrechte haften Sie natürlich selbst. Im privaten Einsatz spielt das aber bekanntlich keine Rolle. Die Rechte an den von Animoto angebotenen Inhalten garantiert der Dienst in seinen Geschäftsbedingungen. Bei den Videos verarbeitet Animoto alle Quicktime- und MPEG-Formate, Windows AVI, das HTML5-taugliche OGV und sogar Flash FLV. Allerdings dürfen die einzelnen Clips nur 200 MByte groß sein. Sie sind ja im fertigen Film auch nur kurz zu sehen.

Was häufig übersehen wird, ist die untere Menüzeile. Hier dürfen Sie nicht nur weitere Bilder oder Videos hinzufügen, sondern auch Text. Da die Videos ansonsten nur mit Musik untermalt sind, bietet es sich hier an, die Geschichte des Films zu erzählen. Definitiv ein Manko ist, dass man die Texte nicht selbst formatieren kann. Hier muss man sich eines Workarounds behelfen.

Die einzelnen Elemente verschieben Sie mit Hilfe der Maus in die richtige Reihenfolge. Sollten Sie keine chronologische, sondern eine willkürliche Abfolge nach Zufallsauswahl wünschen, drücken Sie rechts unten auf Shuffle. Die Option Highlight lässt das ausgewählte Motiv bereits einmal zu Beginn des Films erscheinen. Im nächsten Schritt erfolgt die Musikauswahl. Bei eigenen MP3s dürfen diese maximal 10 MByte groß und 10 Minuten lang sein. Animoto bietet auch eine Reihe von Musikstücken lizenzfrei an, doch gestaltet sich das Durchforsten der Bibliothek recht mühselig.

Nach der Musikauswahl kommt bereits der letzte Bildschirm. Die obere Zeile ändert die Standzeiten der Bilder. Lassen Sie hier für den ersten Versuch Auto eingestellt. Animoto versucht, den Wechsel der Motive an den Rhythmus der Musik anzupassen. Weiterhin entscheiden Sie auf diesem Bildschirm auch, ob Sie ein Video haben wollen, dass die gesamte Dauer der ausgewählten Musik umfasst oder nur den kurzen 30-Sekünder.

Wenn Sie nun auf Continue drücken, beginnt der Spaß und Animoto beginnt mit dem Rendering. Das kann einige Minuten dauern. Wer sich allerdings mit Videoschnitt auskennt, wird erstaunt sein, wie schnell das doch geht. Animoto bedient sich dabei der Amazon-Cloud. Ist das Video fertig gerechnet, erhalten Sie einen Link zum fertigen Film per E-Mail. Das ist aber nur die Nutzeransicht. Sie als Hersteller loggen sich im Konto ein und klicken oben auf My Videos. Wählen Sie Ihren Film aus der Liste und spielen Sie ihn ab. Direkt unter dem Video finden Sie die Werkzeugleiste:

  • Share: Verteilen Sie das Video zum Beispiel auf Facebook an Ihre Freunde.
  • Embed: Blenden Sie das Video auf Ihrer Website oder im Blog ein.
  • Download: Hier erhalten Sie den Link zum Video in Originalqualität und beim Plus-Konto auch noch die Möglichkeit zum Upgrade. Bei der Auflösung 480 Pixel bietet Animoto Ihnen die ISO-Datei für eine DVD als Download an. Das sollten Sie nicht wählen, denn es handelt sich um den amerikanischen NTSC-Bildstandard, und das könnte Probleme mit Ihrem Player geben. Besser, Sie laden das Video und lassen Nero die DVD erzeugen.
  • Export: Speichern Sie das Video direkt in Ihrem Youtube-Konto.
  • Tools: Remix erstellt direkt ohne Umwege einen neuen Film mit den bestehenden Voreinstellungen.



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